08. Mai 2017 | Allgemein

Saisonausklang bei der U13

Saisonausklang bei der U13

Wir haben es nun hinter uns. Die Saison 2016/2017 ist für die U13 beendet. Vor einem Jahr waren wir noch nicht sicher, ob wir mit den bei uns angemeldeten Mädchen eine erfolgreiche Saison in der Jugendregionalliga spielen können würden.
Sehr schnell haben wir aber festgestellt, dass wir uns um Zahlen keine Sorgen machen müssen. 20 Mädchen haben wir trainiert und dabei alle möglichen Gefühlsfacetten erlebt. Die ersten 7 Spiele gingen allesamt verloren. Zu Teil mit Resultaten, die zartbesaitete Übungsleiter dazu gebracht hätten, den Job hinzuschmeißen. Spielerinnen und Eltern übrigens auch, was das Vertragsverhältnis betrifft. Das haben wir aber nicht gemacht. Nach einem Sieg vor Weihnachten haben wir vielmehr beschlossen, als Pilotprojekt für die Capitol Bascats nach Dänemark zu fahren, um dort beim Limfjordcup in Lemvig ein wenig „internationale Luft“ zu schnuppern.
Nachdem wir erfahren haben, wir anderenorts Basketball gekämpft wird, hat sich unsere Präsentation auf dem Feld komplett geändert. Die ausgegebene Devise: „Bis zum Jahresende treten wir zu jedem Spiel an – danach werden wir beginnen, auch Spiele zu gewinnen.“ haben wir konsequent umgesetzt. Leider haben wir die Hoffnung des Coaches, die letzten 6 Saisonspiele zu gewinnen nicht umsetzen können. Osterath 2 hat uns in Verbindung mit 2 sehr konsequent pfeifenden Schiedsrichtern klar gemacht, dass wir noch nicht regelkonform verteidigen können. Das Spiel haben wir also verloren. Die anderen 5 Begegnungen haben wir aber für uns entscheiden können.
Anfang April haben wir ja die Trainingsgruppe in 2 Teams aufgeteilt, die in der neuen Saison als U14w1 und U14w2 antreten werden. Deswegen haben die beiden Spiele nach den Osterferien auch nur die 10 Mädchen gespielt, die zukünftig in der Jugendoberliga antreten werden.
Das waren am 29.04.2017 gegen den TV Gerthe alle 10 Mädchen. Erstmals wurde die „starting five“ dabei nach den Trainingsteilnahmen in der Woche ausgesucht. Nur wer alle 4 Einheiten besucht hatte, durfte starten. Das war wirklich ganz besonders. Mit Luisa und Olivia standen damit 2 Mädchen zu Beginn auf dem Feld, die auch sonst schon mal Starter waren. Für Angelina, Franzi und Carlotta war das aber emotionales Neuland. Demzufolge war der Spielfluss auch nicht so prickelnd. Immerhin wurde aber ganz ordentlich verteidigt. Das 1. Viertel endete 3:8, das 2. Viertel 12:9 und das 3. Viertel 7:5. Wer mitgerechnet hat, kommt damit auf 22:22. Es war also superschwierig, das angestrebte eigene Spiel auch auf das Feld zu bringen. Das gelang erst im Schlussabschnitt, der mit 18:4 an die Capitol Bascats ging. Interessanterweise haben sich die Mädels das ganz alleine erarbeitet. Als zweimal nach eigenen Körben auch der Einwurf von der Baseline abgefangen und in weitere 2 Punkte umgesetzt wurde, war klar, dass doch ein Sieg herausspringen würde. Die Lauffreudigkeit der Mannschaft und der Wille, in der Defense zu beißen, haben den Unterschied gemacht. Obwohl wir das Spiel mit 40:26 gewonnen haben, geht der direkt Vergleich an Gerthe, denn die haben das Hinspiel gegen uns mit 22 Punkten gewonnen.
Hier unsere „stats“: Luisa 6, Olivia 9, Elisa 1, Karla 2, Marie 11, Carlotta 2, Lia 2, Franzi, Angelina, Chrissi 7.
Die Trainingswoche Anfang Mai hat uns dann in ganz erhebliche Probleme gestürzt. Am Dienstag hat sich Marie beim Athletiktraining verletzt, Donnerstag traf das gleiche Schicksal Elisa. Chrissi hatte schon lange einen festen privaten Termin für das Wochenende, so dass am Freitag nur 7 Spielerinnen beim Training waren. Karla musste aus privaten Gründen auch passen und so standen wir am Samstag mit 6 Mädchen in Uerdingen zum Aufwärmen in der Halle. Das war schon ein besonderes Erlebnis. Unsere Gegnerinnen waren zu zwölft. Wie gut, dass immer nur 5 gleichzeitig spielen dürfen.

Nach Viertel 1 lagen wir 7:10 zurück. Das war noch nicht einmal so ganz schlimm. Viel schwerer wog, dass wir wieder einmal nicht clever genug verteidigt haben. Etliche Fouls waren schon verzeichnet – und das war ja unser Hauptproblem. Wie lange würden wir diesem Druck standhalten?
In Viertel 2 gelang es uns, die Defense etwas cleverer zu gestalten. Leider führte das zu einem 19:15 aus unserer Sicht. 19 Punkte sind zwar super gut, aber 15 kassieren ist schon sehr heftig. Also 25:26 zur Halbzeitpause. In der Kabine war es dann schon sehr lautstark, denn der Coach kann es so gar nicht leiden, wenn man nicht genau das macht, was vorgegeben wurde.
Ein 3. Viertel, das mit 23:9 an die Capitol Bascats ging, war Balsam auf alle Seelen. Bei 49:34 glaubst du schon daran, dass du gewinnen kannst. Die Zielstellung war einfach: „Mädels, wenn euch 60 Punkte gelingen, dann seid ihr durch.“ Das haben wir bereits nach 4 Minuten geschafft. Der Rest war Schaulaufen. Da wir das Viertel 26:6 gewonnen haben, stand am Ende ein komfortables 75:40 auf dem Spielbericht.
Wie konnte das geschehen? Unsere Mädchen sind es ja gewohnt, dass man von ihnen verlangt, 40 Minuten über das gesamte Feld zu verteidigen. Das halten Gegner oft einige Zeit aus, aber nicht über die komplette Dauer. So erklären sich unsere Resultate in den letzten Spielabschnitten.
Schaut euch das Gerthe-Spiel an. Die Offense macht 3 – 12 – 7 – 18 Punkte. Das ist nicht prickelnd. (Viertel 3 sollte anders ausschauen.) Aber die Defense lässt nur 8 – 9 – 5 – 4 Punkte zu. Das ist sehr solide. So gewinnt man Spiele.
Im Uerdingen Spiel schaut sie Sache so aus: Offense 7 – 19 – 23 – 26. Ein sehr klares Szenario. Und in Sachen Defense gibt es dieses Bild: 10 – 15 – 9 – 6. Wie cool !!!
Ich bin sehr tiefenentspannt nach Hause gefahren. Das Spiel war für mich die Krönung einer ausgesprochen arbeitsintensiven Saison. Was haben wir für eine Entwicklung genommen. Aus einem Hühnerhaufen, der anfangs noch kaum wusste, in welche Richtung gelaufen werden soll, hat sich eine Gruppe Mädchen entwickelt, die das richtige Lernverhalten an den Tag legt. Ich möchte ganz deutlich sein. Wir haben in diesem Kader vielleicht nicht die momentan spielstärksten Spielerinnen. Aber wir haben diejenigen, die in der Weise lernen, wie ich mir das vorstelle.
Wir trainieren jetzt 4mal wöchentlich. Montags haben wir die Schwerpunkte „Shooting“ und „Ball Handling“ (bei Paul Gudde), dienstags „Athletiktraining“ bei Nathalie Vitakova, donnerstags „Offensive set up“ und „Transition“ und freitags „Defense“. Kann jemand erahnen, wo wir zu den Sommerferien stehen???
Nach 47 Trainerjahren erfülle ich mir mit dieser Gruppe einen Lebenstraum. Endlich einmal professionelle Bedingungen für Jugendliche. Schauen wir mal, was daraus wird.
Zurück zum Spiel. Das sind unsere „stats“: Luisa 16, Olivia 33, Carlotta, Lia 12, Franzi 9, Angelina 5.
Ich gestatte mir abschließend einige sehr personenbezogene Bemerkungen.
Franzi hat das Spiel ihres sehr jungen Lebens gemacht. 9 eigene Punkte stehen zu Buche. Mit ihrem Biss in der Defense schon an der gegnerischen Baseline hat sie mehrmals direkt den Ball für uns zurückgewonnen, was zu schnellen Punkten geführt hat. Sie spielt übrigens noch nicht einmal ein Jahr.
Olivia hat neben den erzielten 33 Punkten den schwersten Job in der Defense angenommen. Sie hat gegen die stärkste Gegnerin gespielt (17 Punkte), aber sie hat sehr clever verteidigt. Die Bilanz zeigt ja +16.
Luisa spielt immer sehr zuverlässig. Sie übernimmt in der Verteidigung auch schwierige Aufgaben und macht in der Offense ihre Körbe, was der Mannschaft immer sehr hilft.
Carlotta spielt auch weniger als 1 Jahr. Sie ist voller Power in Richtung gegnerischer Korb und braucht noch ein paar Einheiten bei Paul. Defensively ist sie hellwach und sie kann wegen ihrer läuferischen Fähigkeiten noch ganz viel erreichen. Wachsen wird sie schon von ganz alleine.
Angelina hat endlich einmal die Spielzeit am Stück erhalten, die sie immer schon mal gebraucht hat. Sie kann sehr effektiv verteidigen und ist auch im Zug zum Korb mutig. Auch bei ihr wird Paul den Weg zu weiterem Erfolg zeigen.
Lia ist unsere Spielerin mit den besten athletischen Voraussetzungen. Sie hat zur Halbzeit den vollen Zorn des Coaches auf sich gezogen, weil sie nicht in der Lage war, „einfachsten Anweisungen zu folgen“. Das hat sie in der 2. Halbzeit geändert und dem Team mit weiteren 10 Punkten ganz wesentlich geholfen.
Vielen Dank an Marie und Elisa, die uns in diesem Spiel unterstützt haben, indem sie auf der Bank gesessen haben. Sowas ist ganz wichtig für das Gemeinschaftsgefühl. Und auch einen Dank an die Eltern, die mitgefahren sind !!!
Roger Nagel

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