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Der Pokal schreibt auch im Basketball seine eigenen Gesetze

Am 06.02.2019 versuchten die Damen der Capitol Bascats zum 3. Male in ihrer noch jungen Vereinsgeschichte ins Halbfinale des WBV-Pokals einzuziehen. In den letzten beiden Jahren hatte es jeweils denkbar knapp gegen die Teams aus Münster und Bielefeld nicht gereicht.

Aber nicht einmal 1 Jahr später kam es zur Wiederauflage gegen das Team aus Bielefeld. Und diesmal sollte es keine Niederlage mit 4 Punkten geben, da war das Team sich sicher. Allerdings war aufgrund des Klassenunterschieds das Team aus Bielefeld auch in dieser Partie favorisiert.

Beide Teams legten mächtig los. Dabei passierten aber auf beiden Seiten noch leichte Fehler, die auf die Nervosität und die sehr intensive Defense zurückzuführen waren. Kein Team konnte sich wirklich absetzen. Zwar der Favorit fast die ganze Zeit. Aber immer wenn man glaubte: jetzt könnten sie sich absetzen, konterten die Bascats stark. Und so ging es mit einem 13:14 aus der Sicht der Bascats in die erste Viertel Pause.  

Im 2. Viertel setze sich der Trend fort, der sich im 1. Viertel abgezeichnet hatte: Das Team aus Bielefeld übernahm mehr und mehr die Initiative. Zwar gelang es nicht noch nicht zahlenmäßig einen größeren Vorsprung zu erzielen, aber das Gefühl sowohl im Team der Bascats als auch bei den zahlreichen Zuschauern war zur Halbzeit nicht das beste: zwar lag das Team aus der Landeshauptstadt lediglich mit 4 Punkten zurück ( Duplizität der Ereignisse aus dem Vorjahr ), aber gerade die Art und Weise, wie sich die Bielefelderinnen gerade unter dem Korb ihre 2. Und 3. Chancen eroberten, ließ nichts Gutes für den Ausgang des Spiels erahnen. Da musste dringend noch etwas getan werden.

Im 3. Viertel war es noch gravierender. Dem Team aus Bielefeld gelangen sage und schreibe 6 3-fach Würfe in Folge. Das Team der Bascats stand teilweise nur staunend daneben und konnte die Würfe nicht verteidigen. Und selbst kamen die sonst so treffsicheren Bascats nicht in Schwung. Und so ging es mit einem aus Düsseldorfer Sicht ernüchternden 33:47 In das letzte Viertel.

Aber auch schon im letzten Jahr hatte das Team mit sogar 20 Punkten nach dem 3. Viertel zurückgelegen und hatte dann mit einer sagenhaften Energieleistung noch fast das unmögliche geschafft. Und daran schienen sich die Damen zu erinnern. In der letzten Drittelpause wurde es noch einmal ziemlich laut auf der Bank der Capitol Bascats. Noch einmal 10 Minuten alles geben und dann sehen, was passiert. Noch war hier nichts verloren.

Und es fing sehr gut an: bei einem 3 Punkte-Wurf wurde die Aufbauspielerin gefoult, so dass die Cats 3 Freiwürfe hatten. 2 davon fanden ihr Ziel. Und es ging genauso weiter. Innerhalb von 3 Minuten wurde der Rückstand auf wieder nur 4 Punkte (warum immer 4!!!!) reduziert. Der Coach aus Bielefeld nahm eine Auszeit, um den Bascats den Schwung zu nehmen. Es gelang ihm auch phasenweise. Bis zur 34. Minute führte sein Team wieder mit 6 Punkten. Auf der Anzeigetafel stand es aus Düsseldorfer Sicht 46:52. Und dann begannen die wahnsinnigen 4 Minuten. Es folgte ein 18:0 Lauf der Bascats. Unglaublich!!!

Alles, was vorher nicht geklappt hatte, funktionierte auf einmal. Jeder Wurf saß, die Rebounds wurden gewonnen und schnelle Fastbreaks konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Im gleichen Zug wie die Bascats Oberwasser bekamen, baute der Gegner immer mehr ab und traf nun überhaupt nicht mehr von außen ins Ziel.

Und diesen Vorsprung ließen sich die Damen des Underdogs in den letzten 2 Minuten nun nicht mehr nehmen. Am Ende stand ein kaum noch für möglich gehaltener 68:59 Sieg für die Capitol Bascats.

Die Zuschauer spendeten beiden Teams stehenden Applaus, auch wenn der Großteil natürlich den Bascats die Daumen gedrückt hatten. Aber beide Teams hatten den Zuschauern ein tolles Spiel geboten, das auch die beiden Unparteiischen mit einbezog, denn sie hatten das Spiel jederzeit im Griff.

Nun warten die Damen der Capitol Bascats auf ihren nächsten Gegner. Und wenn man schon einmal im Halbfinale steht, dann möchte man natürlich auch ins Endspiel. Und das ist nach dieser Energieleistung den Bascats auf jeden Fall zuzutrauen.

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